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Inhalt

Lady Maria: „Die Gesellschaft hätte gerne normierte Menschen, die funktionieren leichter. Aber kann man Gefühle normieren? Wer stellt denn diese Normen auf? Wer normiert uns? Und wer lebt uns? Viele sind nur Gelebte, keine Lebenden. Lebe dich.“

 

24/7 The Passion of Life ist ein provokant-poetischer Film über die Angst vor uns selbst, die Angst uns selbst zu begegnen im Spiegel unserer Leidenschaften im Spannungsfeld einer tabusetzenden und doppelmoralischen Gesellschaft : 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche – die Passion des Lebens.

Die Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) begegnet zufällig bei einer Motorradpanne der Soziologin Magdalena (Mira Gittner), die als Domina „Lady Maria“ in einem SM-Studio arbeitet. Fasziniert von der bizarren Welt der Lady Maria, feststellend, dass es in ihrer heilen Welt alles gibt außer Lust und Leidenschaft, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer Sexualität, ihrer ureigensten Identität, und beginnt eine Odyssee durch die verborgenen Orte der Lust - Orte, von denen alle so tun, als ob sie nicht existierten und die es doch überall gibt: SM-Studio, Swingerclub, Stripteasebar – eine Suche, die sie auch in Konflikt mit dem Normierungszwang und der Doppelmoral der Gesellschaft bringt.
Lady Maria setzt das Geschehen im Domina-Studio in Beziehung zu Religion - Anbetung, Beichte, Strafe als Akt der Vergebung – ebenso wie zu emotionalen Momenten wie Trösten, Geborgensein und Aussprechen. In einer scheinbar bizarren Welt entsteht eine Wärme für den Menschen mit seinen dunklen Seiten.

Eine lyrische Studie über Obsession und Einsamkeit, über die geheime Lust und die öffentliche Moral:

24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche.

Anmerkung des Regisseurs

 

Roland Reber (Regisseur und Autor) über seinem Film:

"In dem Film ist das Thema Sexualität ja auch eine Metapher für die Suche nach Identität. Es ist ein Weg, sich kennen zu lernen, sich durch Selbstdefinition ein bisschen an sich anzunähern.
Und es ging mir auch darum, dass jetzt nicht ein Film entsteht, der sagt „werdet SMer und ihr seid frei, geht in einen Club und dann ist alles gut“ - Nein. Es ging mir auch um das Thema der Einsamkeit, mit der wir dem Leben gegenüberstehen.


Es war ein Eintauchen, in eine Welt, die nicht unsere Alltagswelt ist. Aber wir haben den Dialog mit den Leuten aus den jeweiligen Szenen gesucht und versucht die Atmosphäre authentisch wiederzugeben. Das war ja die Problematik: wie schaffen wir es als Nicht-Smern oder Nicht-Swingern das glaubhaft darzustellen.


Der Film ist fiktiv, beruht aber auf Recherchen, also real existierenden Phantasien, Personen,
Geschichten – sowohl aus dem bürgerlichen Milieu, als auch aus den jeweiligen Szenen.
Sexualität ist ein universelles Thema, das leider allzu oft nur zur Quotensteigerung
thematisiert wird. Ernsthafte Auseinandersetzung – auch mit dem uns Fremden – findet meist
nicht statt."